Germanische Glaubens-Gemeinschaft - GGG
Germanen-Glaube


Ausgewählte Artikel aus dem "Germanen-Glaube"


Kultitische Reinheit zu den Festen

Von Allsherjargode Géza von Neményi

Waschen.

In den Strophen Hávamál 61-65 gibt uns Allvater Ratschläge im Zusammenhang mit dem Þing, den mit einem Blót (Opferfest) verbundenen Zusammenkünften unserer Vorfahren. Gleich in der ersten dieser Strophen heißt es:

Gewaschen und satt reite der Mann zum Þing,
Auch wenn er nicht so gut gekleidet ist.
Der Schuhe und Hosen schäme sich kein Mann
Ebensowenig des Hengstes, hat er nicht guten.

Während sich der Rat, gesättigt zu reiten, noch leicht deswegen erklären läßt, weil die Reise zum Þing oft mehrere Tage dauerte (wobei allerdings die Christen vor ihren Festen wie Ostern oder Weihnachten fasteten), so bedarf der Rat, "gewaschen" zu reisen, einer Erklärung. Geht es nur darum, unter den anderen Þingteilnehmern nicht unangenehm aufzufallen? Aber dann sollte man doch auch den Rat erwarten, sich möglichst gut zu kleiden. Aber darauf kommt es offenbar weniger an. Schon schpätere Eddaaufzeichner haben diese Stelle etwas umgedeutet, denn in einigen jüngeren Papierhandschriften beginnt die Strophe: >Gewaschen und gekämmt reite der Mann zum Þing.<
Es geht hier sicher nicht darum, durch ein gepflegtes Äußeres Eindruck zu machen, es geht nach meiner Deutung um eine spirituelle Reinheit. Ungewaschen zu sein bedeutet, übel zu riechen und damit könnten höhere Geistwesen vertrieben werden, mit denen man doch gerade im Blót in Verbindung treten will.

Wulfila benutzte das germanische Wort "rein" (got. hrains) in seiner Bibel in der Bedeutung "frei von Schmutz", "frei von Krankheiten", "frei von Sünde" und "sauber, wohlanständig". Das Wort hatte also eine über die materielle Reinheit hinausgehende Bedeutung auch bei unseren Vorfahren.
Das Reine ist wie das Unreine mit bestimmten Kräften erfüllt. Noch heute ist es Volksglaube, daß im Schmutz, im Kehrricht böse Kräfte vorhanden sind, böse Geister hausen. Sich zu Reinigen ist also zuerst eine spirituelle Handlung, es geht nicht darum, äußerlich sauber zu werden, sondern diese bösen Kräfte, Dämonen (die auch Krankheiten verursachen können) loszuwerden. Die Römer hatten im 2. Monat ihr Reinigungsfest, die Februalien.

Der Atem.

Eine andere Stelle über die Reinheit (im Tempel von Arcona) findet sich beim Chronisten Saxo Grammaticus. Dieser berichtet davon, daß der Priester, wenn er den Tempel ausfegte, im Tempel nicht ausatmen durfte, um diesen heiligen Ort nicht mit seinem Atem zu verunreinigen. Ganz ähnlich berichtet Albert Crantz in seiner "Wandalia" (V. 12):
>Der Priester aber blieb inmittelst mit verschlossenem Munde in der Kirchen (Tempel), und wenn er wollte Atem holen, lief er zu der Thüren, auff daß der gegenwertige Gott durch das Menschliche anhauchen nicht erzörnet würde.<
Das Fegen ist eine Tätigkeit, die mit Schmutz verbunden ist. Dies verunreinigt den Atem, ja die ganze Aura, weswegen bei dieser Tätigkeit nicht drinnen im Tempel ausgeatmet werden durfte. Crantz schreibt ferner (III, 37):
>Es beflissen sich auch die Leute einer wunderbaren Heiligkeit gegen den Tempel, denn sie schwuren nicht leichtlich, duldeten auch nicht, daß jemandt den umbgang solcher Kirchen (Tempel) oder die Thüren, einigerley maß verunreinigte.<

Gedanken.

In der Eyrbyggja saga (Kap. 4) wird über den 53 Mtr. hohen Berg Helgafjell ("Heiliger Berg") gesagt:
>Diesem zollte Þorolfr so große Verehrung, daß keiner auf ihn, ohne sich zuvor gewaschen zu haben, schauen durfte<.
Wenn man bedenkt, daß dieser Berg weithin im Lande sichtbar ist, dann kann man sich vorstellen, wie weitreichend diese Vorschrift war. Wenn man ungewaschen ist, wird also offenbar nicht nur der Körper oder der Atem, sondern auch die ganze Aura, auch die Gedankenkräfte, unrein. Und diese unreinen Gedanken heften sich an den heiligen Berg. Auch Götterbilder wurden ja zuweilen von weißen Tüchern umhüllt, um sie dem profanen Blick der (unreinen) Menschen zu entziehen.

Notdurft.

In der Nähe dieses Hügels Helgafjell befand sich auch eine Þingstätte, über die es in der Saga heißt:
>So heilig aber war ihm (Gode Snorri) die ganze Stätte, daß er das Feld daselbst auf keine Weise besudeln lassen wollte, weder durch Blutvergießen, noch dadurch, daß jemand dort seine Notdurft verrichtete. Für diesen Zweck aber war eine Felseninsel bestimmt<.
Hier aber war wohl Gode Snorri nicht mit allen Leuten der Þinggemeinde einig, denn einigen war der Weg zu der Felseninsel zu weit, daher verrichteten sie ihre Notdurft beim Þingplatz. Das führte zu einer blutigen Fehde und der Platz galt als verunreinigt. Das Þing wurde nun an einen etwas weiter entfernt gelegenen Ort verlegt. Schon damals gab es also Menschen, die die kultischen Reinheitsvorschriften nicht ernst nahmen. Aber der Gode Snorri war für den Erfolg der Blóts und Þinge verantwortlich und bestand daher auf der Einhaltung.

Kämpfen.

Auch das "Blutvergießen", also Kämpfe, galten als unrein, unheilig. Über Hárald heißt es in der Heimskringla (Magnúss saga blinda ok Haralds gilla 6):
>Er wollte aber am Julfest seiner Heiligkeit wegen nicht kämpfen ... Nur drei Tage hielt man die Heiligkeit des Julfestes ein, so daß nicht gearbeitet wurde<.
Auch die Egils saga Skallagrímssonar (49) erzählt uns davon, daß Männer wegen der Festheiligkeit unbewaffnet waren:
>Aber die Männer da drin waren ohne Waffen, wegen der Heiligkeit des Festes<.
In der Svarfdœla saga (7) fordert Moldi den Þorstein zum Zweikampf heraus:
>Moldi sagte: Dann fordere ich dich auf den Holm, drei Nächte nach Jul. Þorstein sagte: Warum nicht gar! Schlagen wir uns doch vor Jul, und am liebsten auf der Stelle, wenn dir's recht ist. Moldi sagte: Nein, ich will die heilige Götterzeit nicht entweihen und bin nicht toll darauf<.
Auch Tacitus überliefert uns, daß zur Zeit des Umzugs der Göttin Nerthus Frieden herrschte (Germania 40):
>Man zieht nicht in den Krieg, man greift nicht zu den Waffen; verschlossen ist alles Eisen. Dann kennt, dann liebt man nur Ruhe und Frieden.<
Und das Verbot, den Tempel mit Waffen zu betreten, ist uns gleichfalls überliefert (Vatnsdœla saga 17). Die Priester durften gar keine Waffen tragen, auch nicht außerhalb des Tempels oder Heiligtums (Beda, Jordanis).

Schweigen.

Wenn Tacitus berichtet, daß die Priester zur Ruhe  aufriefen (Germania 11), dann geht es nicht nur darum, daß man die Gebete oder Anrufungen besser versteht. Es geht darum, bestimmte höhere Geister nicht zu vertreiben. Das sieht man auch daran, daß das Osterwasser schweigend und vor Sonnen-aufgang, also in der Geisterstunde, geschöpft werden muß. Offenbar vertreibt man durch Reden und Lachen diese Geistwesen und geht damit ihrer Gaben verlustig: Das Osterwasser wird zu bloßem "Plapperwasser". In den Sagen begegnet uns darüberhinaus sehr häufig der Zug, daß die lauten  Kirchenglocken die Zwerge bzw. Alben vertreiben.
Umgekehrt geht man mit Rasseln usw. lärmend über die Felder, um dort schädigende Geistwesen zu vertreiben.
Es ist also unbedingt erforderlich, sich in den Heiligtümern ruhig zu verhalten.

Frömmigkeit.

Ein frommes Leben zu führen bedeutet, häufig zu den Göttern zu beten und Ihnen zu opfern, aber auch die Gebote der Götter einzuhalten und ihre sittlichen Regeln zu befolgen. Über den Isländer Þorkel Máni heißt es in der Landnámabók 3:
>Þorsteins Sohn war der Lọgsọgumaðr Þorkell Máni, der von den heidnischen Männern noch den besten Glauben gehabt hat, soweit man Beispiele kennt ... Er hatte auch ein so reines Leben geführt, wie nur die frömmsten Christen<.
Hier ist eine sittliche Reinheit gemeint. Und Jordanes schreibt in der Getica (X):
>Da kamen jene Priester der Goten, welche die Frommen hießen, nachdem plötzlich die Tore geöffnet waren, unter Zitherspiel in weißen Kleidern heraus...<.
Offenbar gehörte Frömmigkeit zum heidnischen Idealbild (mindestens der Goden), genauso wie Ehrfurcht, die Tacitus (Germania 9) anspricht:
>Hainen und Wäldern legen sie Heiligkeit bei und rufen mt den Namen von Göttern jenes Geheimnis an, das sie nur in Ehrfurcht schauen<.
Das man sich auch vor Götterbildern niederwarf oder kniete, ist aus einigen Sagas überliefert. Man hatte also Respekt und Ehrfurcht vor den Göttern.

Heilig.

Mit diesem Begriff  (*haila) bezeichneten unsere Vorfahren alle Dinge, die mit bestimmter spiritueller Kraft (Od) aufgeladen waren. Daraus ergibt sich  die Forderung nach einem besonderen Verhalten des Menschen gegenüber diesem Heiligen, um die Kraft zu erhalten (also nicht zu entweihen) und zu nutzen. "Heilig" und "Heil" haben die gleiche Wortwurzel; "heil" ist, wer gesund ist, wer krank ist, der hat kein Heil, der hat diese spirituelle Kraft verloren. Böse Menschen bringen Unheil.
Menschen hatten eine "Mannheiligkeit", die sie verlieren konnten, wenn sie eine Neidingstat begingen. Sie wurden dann unheilig und friedlos und mußten die Gemeinschaft  verlassen, um wieder ihr Heil zu finden, was durch ein Leben im Walde erreicht werden konnte. Darum dauerte die leichte Acht (Ächtung) drei Jahre, genau die Zeit, die auch die Bewährung der jungen Krieger dauerte.

Reinheitsvorschriften.

Schon bei den alten Griechen kannte man bestimmte derartige Reinheitsvorschriften, und zwar gab es welche, die den Zustand der Reinheit erhielten (d. h. durch Anwendung dieser Regeln blieb man rein) und es gab Regeln, die man anwendete, wenn eine Verunreinigung bereits stattgefunden hatte.
Zu der ersteren Gruppe zählen die Vorschriften, die man anwandte, um rein zu bleiben. Dazu gehört das (zeitweilige) Fasten, die Enthaltung von Trank und Speise zu bestimmten Zeiten oder auch nur bestimmter, unreiner Speisen. Auch die sexuelle Enthaltung, denn Beischlaf verunreinigt. In der Friþjófs saga frækna durften Männer und Frauen im Balders-Tempel nicht zusammenkommen; als es doch geschieht, ist der Tempel entweiht. Er brennt später ab. Zu den Vorschriften gehört auch das Tragen von Amuletten und Talismanen, z. B. dem Þorshammer, denn derartige kraftgeladene Gegenstände wehren böse Geister ab. Auch bestimmte magische Handlungen können hier helfen.
Zu der zweiten Gruppe der Regeln gehören Reinigungsriten, Entsühnungsriten und das Austreiben von Dämonen. Auch das Übertragen (z. B. einer Krankheit) auf einen anderen Menschen oder z. B. einen Baum, gehört dazu.
Mit Wasser (Osterwasser), Feuer (Notfeuer), aber auch durch Räuchern, durch ein Blutopfer, durch einen Schlag mit der Lebensrute, durch Umgang um das Heiligtum kann der Zustand der Reinheit wieder erlangt werden, je nachdem, wie unrein der Betreffende war.

Wer ein Ritual ausführen will oder daran teilnehmen, der muß selbst im Zustand der Reinheit sein, muß gewaschen sein, reine Gewänder tragen und alles, was dem Ritual dient, muß frei von Befleckung sein. Bestimmte unreine Stoffe (Eisen) müssen vermieden werden.

Im Geschlechtlichen machen Beischlaf, Samenerguß, Monatsblutung, Selbstbefriedigung und die Geburt für eine bestimmte Frist unrein. In dieser Zeit darf der Betroffene kein Ritual ausführen.

Krankheiten werden von bösen Mächten verursacht. Wer krank ist, der ist im Zustande der Unreinheit. Leichen (auch ein Friedhof) sind unrein, und ihr Berühren versetzt einen gleichfalls in den Zustand der Unreinheit.
Menschen können unrein sein, z. B. wenn sie unehrenhafte Berufe haben (Henker, Abdecker, Zöllner) oder mit Schmutz zu tun haben, aber auch Menschen, die ihr Heil verloren haben (Mörder, Ehebrecher, Totschläger, Heiligtumsfrevler) sind unrein und der Kontakt zu ihnen versetzt einen ebenfalls in Unreinheit. Deswegen durfte auch niemand Geächtete aufnehmen. Wer es dennoch tat, der verfiel gleichfalls der Ächtung. Das Unreine überträgt sich also auf andere in der Umgebung. Es ist daher sehr wichtig, daß wir Menschen mit zweifelhafter Ethik oder Menschen ohne Moral meiden. Das geht so weit, daß der Volksglaube sagt, daß man stolpert, wenn man in die Spur eines Ehebrechers tritt. Selbst an den Spuren bleibt also etwas von der Unreinheit des Ehebrechers hängen.

Auch Orte können unrein sein oder werden, sowohl Heiligtümer, als auch Häuser und Höfe, ja Städte und ganze Regionen.

Der dahinterstehende Grundgedanke ist der, daß die Lebenskraft des Menschen aus seiner Verbindung mit den Göttern gespeist wird. Die Götterkraft kann den Menschen nur durchfluten, und so mit "Leben" und "Gesundheit", "Gedeihen" und "Erfolg" segnen, wenn diese Verbindung ungestört  vor sich geht. Wenn aber widrige Kräfte oder Mächte Eingang finden, wird die ursprüngliche Verbindung zu den Göttern blockiert und es muß durch Reinigungsriten das Schädigende entfernt werden. Und es ist völlig gleichgültig, ob die Berührung mit den bösen Mächten absichtlich oder versehentlich erfolgte und zu welchem Zwecke.

Selbst in der Bibel (Buch Leviticus) finden sich genaue Reinheitsvorschriften, wobei anzumerken ist, daß sie nicht einfach auf Germanien übertragbar sind. Denn das Verbot des Schweinefleischessens etwa begründet darin, daß die Schweine im Orient in viel höherem Maße als bei uns Aas fressen und somit selbst unrein sind. Bei uns hingegen fressen Schweine vornehmlich Eicheln und Bucheckern und seltener Aas. Und selbstverständlich kommen auch kulturelle Einflüsse mit hinzu, wurden Vorschriften von Priestern willkürlich (ohne spirituelle Notwendigkeit) erdacht. Es ist also hilfreich, die verschiedenen derartigen Reinheitsvorschriften mit-einander zu vergleichen und nicht alles blind zu übernehmen.

Reinheit heute.

Diese einzelnen Hinweise und Andeutungen in unseren Quellen mögen vorerst genügen. Es sind ja nur Reste einer in vielen Zügen nicht mehr erhaltenen Überlieferung. Wir können aber von diesen Resten aus auf das Ganze, was nicht mehr erhalten ist, schließen.

Das Ideal ist: Körperliche und sittliche Reinheit, Ruhe, Frieden, Frömmigkeit, Ehrfurcht. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, dann besteht Gefahr für den Erfolg eines Blóts, ja es ist möglich, daß die Gottheiten erzürnt werden. Wenn sich hingegen alle Teilnehmer eines Blóts an diese Regeln halten, dann wird das Blót besonders kraftvoll.

Auf heutige Zustände bezogen bedeutet das im Einzelnen: In der Woche vor einem Fest soll man jeden Streit vermeiden, soll in Harmonie leben, sich mit den Göttern und Mythen befassen, auf unnötige Zerstreuungen verzichten, nur harmonische Musik hören, oft in die Natur gehen und dunkle, unharmonische Orte in der Stadt vermeiden, möglichst nicht dem alltäglichen Beruf nachgehen, sondern die Zeit zur Vorbereitung auf das Fest nutzen. Nicht Rauchen und Trinken, sich gesund ernähren, meditieren, sich vor dem Fest waschen. Also einfach gesagt: Sich aus der "Welt" etwas zurückziehen in das Spirituelle. Auch sexueller Freuden soll man sich vor dem Fest, aber in jedem Falle am Tage des Festes, enthalten. Fasten schadet nicht, weil man so leichter spirituelle Dinge erfahren kann.
Am Tage des Festes ist es unbedingt notwendig, nicht seinem Beruf nachzugehen und sich besonders auf das Fest vorzubereiten. Menschen, die aus dem beruflichen Alltag mal eben ins Heiligtum  trotten, gefährden den Erfolg des Festes und sind daher für alle Festteilnehmer ein Ärgernis. Sie bringen das niedere Od (die Ausstrahlung) irgendwelcher Mitmenschen aus ihrem Berufsleben mit und sind gedanklich in ihrem Beruf. Diesen ganzen Alltagsmüll laden sie im Heiligtum ab. Ein Umschalten zum Spiritullen ist auf Knopfdruck nicht möglich. Wer sich aus welchen Gründen auch immer nicht freinehmen kann, der sollte dann konsequenterweise ganz auf eine Teilnahme am Fest verzichten, um wenigstens den anderen Festteilnehmern ein erfolgreiches Blót zu ermöglichen.

Aber wie schon ausgeführt: Es geht nicht nur um ein Blót allein. Es geht auch darum, den Kraftfluß von den Göttern zum Menschen aufrechtzuerhalten. Wenn dies gelingt, bleibt man von Krankheiten, Unglück, Mißerfolg verschont.
Wir alle haben ja die "Lá" in uns, einen Götterfunken. Wenn wir den zum Leuchten bringen – und das geht nur durch Befolgen der Lebensregeln der Götter und Beachten der Reinheitsvorschriften – dann bekommen wir eine Erleuchtung, dann bringen wir den Anteil der Götter, der in uns ist, zum Strahlen und dann fliehen alle niederen Dämonen, Thursen, Krankheits- und Unglücksgeister.

Wir alle sind also aufgerufen, zu wahren Lichtern zu werden um so auch unser eigenes Inkarnationsziel zu erreichen.

Die Odkraft.

Hinter all diesen Gesetzmäßigkeiten steckt die Odkraft. Odkraft ist eine spirituelle Kraft, die in allen Dingen in unterschiedlicher Stärke und Güte vorhanden ist. Unsere Aura besteht aus Odkraft; diese wird im Augenblick, wo der Körper des Neugeborenen seinen ersten Atemzug tut, aus den im Kosmos gerade strahlenden und auf der Erde vorhandenen verschiedenen Odkräften aufgebaut. Der Astrologe kann daher nur mit Hilfe der Geburtszeit ein Horoskop (Stundenbild) erstellen, welches ihm an Hand der Planeten- und Tyrkreissymbole aufzeigt, welche Odqualität beim Menschen vorhanden ist.  So hat jeder Mensch eine andere Zusammensetzung von Odkräften, genauso ist es in der Natur, an jedem Ort ist dort die Odkraft etwas anders. Reine Odkraft heilt Krankheiten (man kann sie über die Hände auf Kranke abstrahlen) und begünstigt mediale Fähigkeiten. Auch die einzelnen Gottheiten verbinden wir mit verschiedenen spirituellen Kräften, nämlich Odkräften. In den Ihnen jeweils geweihten Tieren und Pflanzen ist Ihre jeweilige Odkraft relativ unvermischt und in relativer Reinheit vorhanden. Zum Beispiel in der Eiche ist Donars Kraft vorhanden, in der Birke die der Frowa. In den Naturstoffen ist die Odkraft besonders rein, weswegen wir Kunststoffe möglichst vermeiden sollten. Bei zusammengesetzten Materialien kann es harmonische Odmischungen geben, aber auch ganz unharmonische, die sich gegenseitig blockieren oder aufheben. Beim Blót sollen die Teilnehmer dazu beitragen, die notwendige Odkraft aufzubauen, die spirituelle Wesen benötigen, um damit auf die Menschen einzuwirken. Beim Opfermahl und Trankopfer nehmen wir die Odkraft derjenigen Gottheit auf, der das Opfertier, Gebildgebäck oder Horn geweiht ist, doch hat das nur Erfolg, wenn wir die Reinheitsvorschriften befolgen.


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